Partygirl Holly Golightly lebt in einer billigen Mietwohnung, lässt sich von reichen Männern aushalten und besucht regelmäßig einen Insassen des berühmt-berüchtigten Gefängnisses Sing-Sing. Eines Tages lernt sie ihren neuen Nachbarn Paul kennen und mögen; beide verbindet schon bald eine tiefe Freundschaft. Holly beschließt, den reichen Brasilianer José zu heiraten und mit ihm in seine Heimat auszuwandern.
Doch noch bevor es dazu kommt, taucht unvermittelt ihr Ehemann auf und will sie nach Hause zurückholen. Paul erkennt, dass Hollys immer fröhliche Art nur Fassade ist und dass er sich in sie verliebt hat. Bald darauf wird Holly wegen ihrer regelmäßigen Verbindungen zu dem inhaftierten Gangsterboss verhaftet. Während Paul für ihre Freilassung sorgt, sagt José die bevorstehende Hochzeit ab. Obwohl Holly durch die Ereignisse tief verunsichert ist, möchte sie dennoch auswandern…
Wenn Kulturgut zum Kult wird
Wer kennt sie nicht — die Geschichte um die gleichermaßen bezaubernde wie verwirrende junge Frau, deren größtes Vergnügen es ist, vor der Schaufensterauslage eines namhaften Juweliergeschäftes zu frühstücken und sich Tagträumen über ein Leben in Reichtum und gesellschaftlichem Rampenlicht hinzugeben? Alle, die sich angesprochen fühlen, sind zu beneiden, denn den Tiefgang von Truman Capotes melancholischer Novelle erreicht dieser romantische, überdrehte Streifen nur an wenigen Stellen. Dass er sich seit seinem Erscheinen 1961 dennoch einen wahren Kultstatus erarbeitet hat, ist vor allem seiner bezaubernden Hauptdarstellerin zu verdanken.
Holy Holly
Allein die titelgebende Szene ist zum Niederknien. In ihr vermittelt Audrey Hepburn Holly Golightlys gegensätzliche Innenwelten aus Stil, Anmut, Eleganz, Zerbrechlichkeit und Koketterie zu gleichen Teilen. Unvorstellbar, dass Regisseur Blake Edwards die Rolle ursprünglich mit Marilyn Monroe besetzen wollte. Die üppige Blondine hätte zwar ebenso gut jede der angesprochenen Eigenschaften Hollys verkörpern können; der Nachwelt aber ein völlig anderes – wenn nicht gar falsches – Bild von ihr vermittelt.
Von Glücks- und Fehlgriffen
Ob George Peppard als Ersatz für Steve McQueen die bessere Wahl war, bleibt hypothetisch. Ungleich schöner als dieser wirkt er in seiner Rolle als Paul „Fred“ Varjak doch recht blass und eindimensional – fraglich, ob Holly einem solch reibungslosen Partner zuliebe ihre bisherige Lebens- und Liebeseinstellung tatsächlich aufgegeben hätte. Der Grundtenor des Films besticht durch eine für damalige Zeiten unerhört anzügliche Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen und jede Menge ebenso ungewöhnlich spritziger Wortwechsel. Viele der humorvollen Szenen oder Figuren gleiten jedoch in überdrehte Albernheiten ab. Sie mögen damit durchaus der Darstellung von Hollys exzentrischem Charakter dienlich sein, wirken in Zusammenhang mit anderen Personen des Frühstück bei Tiffany Films aber zu oft zu anstrengend.
Nur das Beste zum Geburtstag
Wer den Film auf einem Blu-ray Player schauen möchte, hat dazu seit dem 22. August 2011 die Möglichkeit: anlässlich des 50. Jahrestages seines Erscheinens brachte Paramount die höher auflösende Digitalversion auf den Markt. Leider hält die deutsche Tonspur nicht, was der edle goldene Schuber von ihr verspricht – was hinsichtlich des grandiosen Mancini-Soundtracks besonders bedauerlich ist; dafür sorgt die Überarbeitung des Films für eine brillante Bildwiedergabe. Und was braucht es beim Anblick Hollys schon mehr?
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