Einer flog über das Kuckucksnest oder wie jemand verrückt gemacht wurde

Bei der Oscarverleihung im Jahre 1976 erhielt der Film Einer flog über das Kuckucksnest gleich fünf Oscars. Der Streifen erlangte die Ehre des Besten Films und auch der Besten Regie. Jack Nicholson wurde für das Spiel der männlichen Hauptrolle ausgezeichnet sowie seine Kollegin Louise Fletcher für die Darstellung der weiblichen Hauptrolle. Zudem wurde das adaptierte Drehbuch als Bestes gekürt.

Einer ist verrückt geworden oder einer flog über das Kuckucksnest

Es ist wichtig für das Verständnis des Filmtitels zu wissen, dass der englische Begriff für Kuckuck in der amerikanischen Umgangssprache mit der Bedeutung von verrückt gleichgesetzt werden kann. Der Titel könnte als ebenso bedeuten, dass einer verrückt geworden ist.

Handelnde Personen in Einer flog über das Kuckucknest

Jack Nicholson verkörpert die Person des Randle Patrick McMurphy, einem Abweichler im gesellschaftlichen System und typischen Querulanten welcher sich freiwillig in die Psychiatrie einweisen lässt, jedoch nur um nicht seine Strafe im Gefängnis abzusitzen. Seine Straftat ist in diesem Fall die Unzucht, er ist jedoch bereits durch andere Taten, wie Schlägereien, auffällig geworden. Die weibliche Hauptrolle stellt den Gegenpart zu McMurphy dar. Louise Fletcher mimt die Oberschwester Mildred Ratched, welche in der Psychiatrie ein feldwebelartiges Verhalten an den Tag legt. McMurphy ist jedoch natürlich nicht gewillt, die unmenschlichen Regeln und Methoden, wie Elektroschocks, von Seiten Ratcheds stillschweigend hinzunehmen. Zunehmend mehr verkörpert er die Rolle des Rebellen unter den Insassen und schafft sich so viele Freunde. Zahlreiche interessante Charakterrollen finden sich unter den Insassen der Psychiatrie zusammen. Doch besonders intensiv entwickelt sich die Beziehung zwischen McMurphy und dem taubstummem Indianerhäuptling Chief Bromden.

Schlusssequenzen von Einer flog über das Kuckucksnest

Ein Ausbruchversuch von McMurphy misslingt. Wegen wiederholtem regelwidrigem Verhalten und der Aufwiegelung der Insassen wird McMurphy schließlich zu einer Lobotomie verurteilt. Die Lobotomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem Nervenleitbahnen im Gehirn durchtrennt werden. Sie hat verheerende Wirkungen auf den Patienten. Dieser wacht nach dem Eingriff mit einer vollkommen anderen Persönlichkeit auf, ist emotions- und antriebslos. Als Chief Bromden schließlich erkennen muss, dass sein Freund McMurphy hoffnungslos in den Fängen der Anstalt untergegangen ist, wagt er selbst den eigentlich gemeinsam erträumten Ausbruch und flieht allein.

Hintergründe und Kritiken des Films

Der Film basiert auf einem Roman von Ken Kesey mit dem gleichen Titel, in welchem die gesamte Story jedoch aus der Sicht von Chief Bromden erzählt wird. Die Leistung der Schauspieler, besonders von Jack Nicholson wurde zusammen mit dem Film herausragend gelobt. Seine Karriere als Schauspieler fußt maßgeblich auf diesem ersten Durchbruch als tiefgehender Charakter-Darsteller. Insgesamt schafft der Film eine Atmosphäre, welche die Darstellung der grausamen Anstaltsrealität nicht zuungunsten der Komik Überhand gewinnen lässt. Er ist nicht nur eine aufklärende und kritische Sicht auf die damaligen Methoden der Psychiatrie, sondern auch ein insgesamt gesellschaftskritisches Werk. Die Definition von Normalität wird hinterfragt und die Humanität gefordert.