Warum ist Citizen Kane ein Meisterwerk?

Um diese Fragen zu beantworten, muss zunächst der Inhalt kurz erläutert werden, woran anschließend die meisterhaften Elemente des Filmes hervorgehoben werden. Der Film wurde von Orson Welles gedreht, welcher auch in der Hauptrolle den Medienmogul Charles Foster Kane darstellt. Dieser Magnat ist einem realen Vorbild, dem amerikanischen Verleger William Randolph Hearst nachempfunden.

Der Beginn von Citizen Kane

In der ersten Szene stirbt Kane, worauf folgend in Rückblenden über eine Wochenschau das Leben des Verlegers nachgezeichnet wird. Somit ist dem Zuschauer zunächst einmal deutlich, in welchen Verhältnissen die zuerst eingeführte Person in diesem Film gelebt hat und mit welchen Kämpfen sie in ihrem Leben beschäftigt war. Dazu wird gleich zu Beginn ein Rätsel aufgegeben. Kanes letztes Wort vor seinem Tod lautete Rosebud. Der Chef der Wochenschau beauftragt nun den Journalisten Jerry Thompson die Bedeutung dieses Wortes zu entschlüsseln und damit vielleicht eine wesentliche Wahrheit über Kane in Erfahrung zu bringen.

Die wichtigsten Personen in Citizen Kane

Der Rest des Films besteht aus Gesprächen zwischen dem Reporter Thompson und Lebensgefährten von Kane. Zunächst spricht Thompson mit Kanes zweiter Ehefrau Susan Alexander und mit dem Bankier Walter Parks Thatcher, dann mit Kanes Geschäftsführer Mister Bernstein, Jebediah Leland, einem vermeintlichen Kenner von Kanes Person, nochmals mit Susan Alexander und schließlich fährt der Suchende zum kalifornischen Schloß von Kanes namens Xanadu, um dessen Besitz in Augenschein zu nehmen, bei welcher Gelegenheit er auch den Butler zu Kane befragt. Da er bis dahin immer noch keine Antwort auf seine Frage erhalten hat, gibt er auf und erklärt wie unwichtig wohl dieses eine Wort für die Wahrheit über die Lebensgeschichte des Kane sei. Am Ende des Films erfährt dann einzig der das Spektakel beobachtende Zuschauer von der Bedeutung des Wortes und erhält Einblick in dieses vermeintlich unwichtige Detail aus Kanes Leben.

Und was ist jetzt das Besondere an Citizen Kane?

Der Film war für die damalige Zeit voller ungewöhnlicher Stilmittel, die uns aus heutigen Filmen nicht als ungewöhnlich erscheinen mögen. So ist Citizen Kane von vielen kunstvollen Rückblenden und Zeitsprüngen geprägt. Daneben galt auch die Art der Schauspieler, insbesondere von Welles als neuartig. Er verwendete bereits das heute allzu bekannte Method Acting, versetzte sich also zutiefst in seine Rolle. Citizen Kane wird dazu insbesondere durch die inhaltliche Puzzle-Symbolik in Verbindung mit der Technik der Rückblenden zu einem runden Kunstwerk. Der Reporter ist auf der Suche nach dem fehlenden Puzzleteil aus Kanes Leben und Susan zum Beispiel ist in einer Szene mit einem Puzzle beschäftigt. Und durch die vielen Rückblenden erhält der Zuschauer einen puzzlehaften Eindruck von der Person Kane, so dass der Zuschauer aufgefordert wird, dieses Puzzle selbst zusammen zu setzen. Hinzu kommen weitere Filmtechniken, wie zum Beispiel Kameraeinstellungen mit zu jener Zeit ungewöhnlichen Perspektiven und die Doppelbelichtung einiger Sequenzen, die beim Ansehen des Films deutlich machen, wie Wells es hier schafft ein mit allen Stilmitteln gewaschenes Kunstwerk zu vollenden.